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Elektro-Glossar
Begriffe aus Sicherungskasten, Norm und Rechnung, verständlich erklärt.
- FI-Schalter (RCD)
- Fehlerstromschutzschalter, der bei Fehlerströmen ab 30 Milliampere in Sekundenbruchteilen abschaltet und Menschen vor Stromschlag schützt. In Bad- und Steckdosenstromkreisen seit Jahren Pflicht.
- Leitungsschutzschalter
- Der klassische Sicherungsautomat. Er schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss, nicht den Menschen. Übliche Auslösecharakteristik im Haushalt ist B16.
- SLS-Schalter
- Selektiver Hauptleitungsschutzschalter vor dem Zähler. Er sichert die gesamte Anlage ab und darf nur vom Fachbetrieb oder Netzbetreiber bedient werden, wenn er…
- FI/LS-Kombischalter
- Kombination aus FI und Leitungsschutzschalter für einen einzelnen Stromkreis. Löst nur der betroffene Kreis aus, bleibt der Rest der Wohnung am Netz.
- Überspannungsschutz
- Schutzgeräte der Typen 1 bis 3 leiten Spannungsspitzen aus Blitzeinwirkung oder Schalthandlungen ab. Bei neuen Anlagen ist der Einbau normativ gefordert.
- Fehlerstrom
- Strom, der nicht über die vorgesehenen Leiter zurückfließt, sondern über Erde, Gehäuse oder im schlimmsten Fall einen Menschen. Der FI erkennt genau…
- Kurzschluss
- Direkte Verbindung zwischen Außenleiter und Neutralleiter oder Erde mit sehr hohem Strom. Der Leitungsschutzschalter trennt sofort; die Ursache muss trotzdem gefunden werden.
- Überlast
- Zu viele Verbraucher an einem Stromkreis. Die Sicherung löst verzögert aus, wenn der Nennstrom länger überschritten wird.
- Schutzleiter (PE)
- Der grün-gelbe Leiter verbindet Metallgehäuse mit der Erdungsanlage, damit im Fehlerfall die Sicherung auslöst statt das Gehäuse unter Spannung zu stehen.
- Potentialausgleich
- Verbindung aller leitfähigen Systeme wie Wasser-, Heizungs- und Antennenanlagen mit der Haupterdungsschiene, damit keine gefährlichen Spannungsunterschiede entstehen.
- Drehstrom
- Dreiphasiger Anschluss mit 400 Volt zwischen den Außenleitern, im Haushalt für Herd, Durchlauferhitzer und Wallbox. Arbeiten daran gehören ausschließlich in Fachhände.
- Klassische Nullung
- Veraltete Schutzmaßnahme ohne separaten Schutzleiter, in Altbauten noch verbreitet. Bei Renovierungen ein häufiger Grund für die Pflicht zur Nachrüstung.
- E-Check
- Markenbegriff der Elektroinnungen für die normgerechte Prüfung elektrischer Anlagen und Geräte mit Prüfprotokoll.
- DIN VDE 0100
- Zentrale Normenreihe für das Errichten von Niederspannungsanlagen. Teil 710 und folgende regeln unter anderem FI-Pflichten und Prüfungen.
- Eingetragener Elektrofachbetrieb
- Betrieb, der im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers geführt wird. Nur eingetragene Betriebe dürfen Anlagen anmelden und am Hausanschluss arbeiten.
- Handwerksrolle
- Verzeichnis der Handwerkskammer. Das Elektrotechniker-Handwerk ist zulassungspflichtig; wer eintragen ist, führt einen Meisterbetrieb oder eine gleichwertige Qualifikation.
- Messstellenbetreiber
- Verantwortlich für Einbau und Betrieb der Stromzähler, meist der örtliche Netzbetreiber. Am Zähler selbst darf kein Handwerksbetrieb arbeiten.
- Verteilnetzbetreiber
- Betreibt das örtliche Stromnetz und den Störungsdienst. Bei großflächigem Ausfall oder Störungen vor dem Hausanschluss ist er zuständig und kostenlos erreichbar.
- Hausanschluss
- Übergabepunkt vom öffentlichen Netz ins Gebäude, endet am Hausanschlusskasten. Alles davor gehört dem Netzbetreiber, alles dahinter dem Eigentümer.
- Zählerplatz
- Normierter Platz im Zählerschrank. Bei Umbauten und Wallboxen scheitert es oft am fehlenden Platz nach aktueller Anschlussnorm.
- Rundsteuerempfänger
- Empfängt Freigabesignale des Netzbetreibers, etwa für Nachtspeicherheizungen und Wärmepumpentarife. Ohne Signal keine Ladung, auch wenn das Gerät intakt ist.
- Notdienstpauschale
- Aufschlag für Einsätze außerhalb der Geschäftszeiten. Zulässig, wenn sie vorher genannt wird; Wucher beginnt, wo Notlagen ausgenutzt werden.
- Anfahrtskosten
- Dürfen berechnet werden, müssen aber nachvollziehbar sein. Bei bestellten Notdiensten aus fernen Städten sind überhöhte Anfahrten ein bekanntes Abzockmuster.
- Kostenvoranschlag
- Unverbindliche Kalkulation; Überschreitungen ab etwa 15 bis 20 Prozent muss der Betrieb ankündigen. Für Notdiensteinsätze zumindest den Stundensatz vorher erfragen.
- Gewährleistung
- Auf Handwerksleistungen bestehen gesetzliche Mängelrechte, bei Werkverträgen üblicherweise über mehrere Jahre. Rechnung und Protokolle aufbewahren.
- VOB/B
- Vertragsordnung für Bauleistungen, im privaten Kleinauftrag selten vereinbart. Ohne ausdrückliche Einbeziehung gilt das BGB-Werkvertragsrecht.
- DIN 18015
- Norm für die Mindestausstattung von Wohnungen mit Stromkreisen und Steckdosen. Referenz bei Modernisierungen und Neubauten.
- Isolationswiderstand
- Messwert für den Zustand der Leitungsisolierung. Niedrige Werte deuten auf Feuchtigkeit oder Alterung und werden beim E-Check protokolliert.
- Schleifenimpedanz
- Messgröße dafür, ob im Fehlerfall genug Strom fließt, damit die Sicherung schnell genug auslöst. Pflichtmessung bei Prüfungen.
- Außenleiter
- Die spannungsführenden Leiter L1, L2, L3. Im Haushalt liegen zwischen Außenleiter und Neutralleiter 230 Volt.
- Neutralleiter
- Der Rückleiter des Stromkreises. Ein unterbrochener Neutralleiter ist ein gefährlicher, schwer erkennbarer Fehler mit flackernden Lampen als typischem Symptom.
- Stegleitung
- Flache Leitung älterer Installationen, direkt unter Putz. Beim Bohren besonders leicht zu treffen; Leitungssucher benutzen.
- Installationszonen
- Genormte Bereiche, in denen Leitungen unter Putz verlaufen dürfen: waagerecht und senkrecht nahe Wandkanten. Wer außerhalb bohrt, senkt das Risiko.
- Bereitschaftsdienst
- Nicht jeder Betrieb fährt nachts raus. Ob ein Betrieb Notdienst anbietet, steht auf dessen Website oder klärt ein Anruf; ein Verzeichniseintrag allein…
- Intelligentes Messsystem
- Digitaler Stromzähler mit Kommunikationsmodul. Der Rollout läuft gestaffelt über die Messstellenbetreiber; Einbau und Kosten sind gesetzlich gedeckelt.
- Wallbox
- Ladeeinrichtung für Elektrofahrzeuge. Anmeldepflichtig beim Netzbetreiber, ab 12 Kilowatt genehmigungspflichtig, Installation nur durch eingetragene Betriebe.
- Lastmanagement
- Steuerung mehrerer Verbraucher wie Wallboxen, damit der Hausanschluss nicht überlastet wird. Ab der zweiten Ladeeinrichtung praktisch Pflicht.
- Brandschutzschalter (AFDD)
- Erkennt Störlichtbögen, die klassische Sicherungen nicht sehen, und wird in Normen für bestimmte Räume empfohlen oder gefordert.
- Geräteprüfung nach DGUV V3
- Wiederkehrende Prüfung elektrischer Betriebsmittel in Unternehmen. Für Vermieter und Arbeitgeber relevant, nicht für Privathaushalte.
- Störlichtbogen
- Funkenstrecke an schadhaften Kontakten oder gequetschten Leitungen, eine der häufigsten elektrischen Brandursachen.